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Vernissage | Berlin Hyp

Förderpreis Berlin Hyp Marion Eichmann im Foyer der Berlin Hyp

Gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Positions Berlin Art Fair präsentiert die Berlin Hyp die künstlerischen Arbeiten der Berlin Hyp-Preisträgerin Marion Eichmann in einer Einzelausstellung.

Marion Eichmann findet ihre Motive in ihrer unmittelbaren Umgebung. Ob auf Reisen, auf der Straße oder im Atelier: Alles Sichtbare hat das Potential, Inspiration für ihr nächstes Werk zu sein.
Experimentierfreudig, ergebnisoffen und mit beeindruckender Präzision widmet sich die Berliner Künstlerin immer wieder neuen Objekten, Orten oder situativen Arrangements und fängt diese unverfälscht, aber in ihrem ganz eigenen Stil in ausdrucksstarken Zeichnungen, Collagen und Installationen ein.

Sei es ein Blumenstrauß, ein Obstkorb oder eine ganze Spielcasino-Ecke - indem Marion Eichmann sich auf einen einzelnen Gegenstand, einen Ausschnitt oder auf eine bestimmte Zusammenstellung von alltäglichen und auf den ersten Blick sogar beliebig wirkenden Gegenständen konzentriert, lenkt sie unsere Aufmerksamkeit verstärkt darauf, porträtiert sie gewissermaßen und macht sie für uns anders und intensiver erfahrbar. Reduzierend, hervorhebend und überlagernd kombiniert sie die Details ihrer Motive und schafft mit Stift und Schere eine verblüffend echt wirkende Bildwelt jenseits der bloßen Abbildhaftigkeit, in der die Dinge in höchstem Maße bewusst zueinander gesetzt sind. Bereits diese akribische Handarbeit, diese für die heutige Zeit so untypische, einzigartige Methodik sowie der Detailreichtum und die Kleinteiligkeit angesichts der mitunter sehr großen Formate verblüffen.

Papierne Stuhlbeine oder Regenrinnen stehen als schmale, fast lineare Elemente gliedernd nebeneinander, Raumlinien durchbrechen und überlagen Flächen oder werden durch abwechselnde Farbakzente besonders betont. Eine rauschhafte Fülle von Lichtpunkten aus kraftvollen Farbstreifen oder -kreisen sowie starke Hell-Dunkel-Kontraste, Linien und klare geometrische Formen treffen in ihren Bildern geordnet und durchdacht, aber niemals langweilig aufeinander, lösen sich partiell aus der Fläche, stechen hervor und werfen ihre Schatten. Das traditionell symbolisch aufgeladene und anspielungsreiche Genre des Stilllebens befreit Marion Eichmann auf zeitgenössische Weise und entlockt dem Betrachtenden eigene Assoziationen, Verortungen, Eindrücke und Fragen.

Zwar sind die Bilder von Marion Eichmann stets personenleer, jedoch spürt man in jeder Partie und jedem Teilstück die menschliche Präsenz, den Bezug zur eigenen Welt und das damit verbundene narrative Potential. Marion Eichmanns Arbeiten strahlen deshalb eine Vertrautheit und Lebendigkeit aus, die einladend auf uns wirkt und einen reflexhaften Impuls zu wecken vermag. Ihre illusionistische Qualität trickst den Betrachtenden mitunter auf humorvolle Weise aus, lässt ihn beim Blick auf die eben doch nicht tickende Uhr, beim Griff zum eben doch leeren Buch oder zum niemals unter Strom stehenden Computer irritiert, staunend und schließlich freudig überrascht davor innehalten.

Schon während der Arbeit an einem Motiv sucht Marion Eichmann nach dem nächsten. Angesichts eines fast unerschöpflichen Vorrats an neuen Möglichkeiten gehen ihr die Ideen nie aus. Kein Wunder, dass das Erschließen und Kennenlernen von unbekannten Orten auch in Marion Eichmanns Kindheit eine wichtige Rolle spielte: Eine Zeitlang lebte sie in Afrika und Asien. Bereits mit wenigen Jahren war ihr klar, dass sie Künstlerin werden möchte. Ihre Entdeckungen reicht sie an uns weiter.

Marion Eichmann (*1974 in Essen) lebt und arbeitet in Berlin. Nachdem sie ihr Diplom an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee erworben hatte, schloss sie ihr Studium dort 2003 als Meisterschülerin ab. Ihre mehrfach preisgekrönten und durch international agierende Galerien vertretenen Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Einzelausstellungen in Kunstvereinen und Museen präsentiert, wie u.a. vom Haus am Lützowplatz, im Marburger Kunstverein, im GEHAG Forum Berlin oder im Hessischen Landesmuseum. 2018 sind Marion Eichmanns Werke unter anderem im Dreiländermuseum und im Museum August Macke Haus zu sehen.

Auf der Positions Berlin Art Fair 2017 wurde Marion Eichmann von der Galerie Tammen & Partner präsentiert. Als weitere Preisträgerin wurde Carolin Gasse (marke.6) mit dem Berlin Hyp-Preis ausgezeichnet.

Mehr zur Künstlerin und ihren Werken finden Sie hier.

Ausstellung Marion Eichmann 
Berlin Hyp
Budapester Str. 1
10787 Berlin
 
Ausstellungszeitraum:
31. August 2018 bis 2. Novmber 2018  
werktags von 10:00 bis 18:00 Uhr
Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenlos
  
Die Einladung zur Ausstellung können Sie sich als PDF-Dokument herunterladen und ausdrucken.